Unternehmenskrisen

Jedes Unternehmen hat in seiner Entwicklung zu irgendeinem Zeitpunkt mehr oder weniger ernste Schwierigkeiten zu überwinden. Für den Unternehmer ist es deshalb wichtig, die Fähigkeit zu entwickeln, Krisen frühzeitig zu erkennen, ihnen möglichst vorzubeugen und sie – falls erforderlich – möglichst rasch zu bewältigen. Dies ist nicht leicht und erfordert kaufmännischen Sachverstand, den Sie als Unternehmer unbedingt aufbauen und weiterentwickeln sollten. Für Krisen können externe oder interne Ursachen ausschlaggebend sein. Die Befunde der

Krisenursachenforschung deuten darauf hin, dass Unternehmenskrisen in der Regel nicht nur eine Ursache haben, sondern aus dem Zusammenwirken einer Vielzahl krisenverursachender Faktoren entstehen (Multikausalität).
Zu den externen Gründen gehören insbesondere

die Konjunktur und die Veränderungen des Marktes,
• das sich ändernde Kaufverhalten der Kundschaft,
• eine Kaufkraftänderung am Standort (z.B. Schließung eines Bundeswehrstandortes)
• mögliche Prozessrisiken
• Gewährleistungsrisiken

Unternehmenskrisen haben Ihre Ursache jedoch meistens in Fehlern innerhalb des Unternehmens.
Hauptgründe hierfür liegen in
• der Unternehmer-Person (ungenügende kaufmännische bzw. fachliche Qualifikation),
• der Unternehmensplanung (bzgl. der Unternehmensentwicklung, der Marktentwicklung, des Produkt- bzw. Dienstleistungsprogramms, der Standortwahl),
• der Unternehmensführung (unzulänglicher Absatz von Produkten bzw. Dienstleistungen, Fehlentscheidungen bei der technologischen Ausstattung und Rohstoffsicherung, schlecht
ausgebildete und häufig wechselnde Mitarbeiter),
• den Unternehmensfinanzen (zu wenig Eigenkapital, zu hohe Kostenbelastung, mangelhafte Liquiditätsplanung, Mängel im Rechnungswesen, schlechter Überblick über Einnahmen und
Ausgaben, späte Rechnungserstellung, veraltete Buchungstechniken, schlechtes Forderungsmanagement und
• den Unternehmenspartnern (verspätete Zahlungen, Forderungsausfälle).

Eine Unternehmenskrise entsteht z.B., wenn
• der Betrieb von veränderten Gegebenheiten (neue Konkurrenz, Nachfrageeinbruch, Ausstieg eines Gesellschafters) überrascht wird und nicht mehr reagieren kann,
• die Unternehmensleitung die Unternehmenslage wegen Unaufmerksamkeit oder einer mangelnden betriebswirtschaftlichen Dokumentation verkennt oder
• Fehlentscheidungen getroffen werden (nicht rentable Investitionen, Einstellung falscher Mitarbeiter) oder notwendige Entscheidungen zu langsam erfolgen.

In der Folge engt sich der Liquiditätsspielraum des Betriebes merklich ein. Irgendwann droht
Zahlungsunfähigkeit.

Von nun an, gilt es zügig zu handeln, um persöhnliche Risiken zu minimieren!
Denn in der Regel hat sich der Geschäftsführer jetzt schon angreifbar und unter Umständen peröhnlich haft- und strafbar.

Falls die Insolvenzantragspflicht besteht, muss spätestens jetzt oder innerhalb von 3 Wochen einen Insolvenzantrag stellen.